Kulturportal der Flur‐ und Hausnamen (FLU-LED) − OP SI-AT 2007−2013

 

Leadpartner: Slovenska prosvetna zveza/Slowenischer Kulturverband
Partner: Krščanska kulturna zveza / Christlicher Kulturverband, Razvojna Agencija Zgornje Gorenjske (RAGOR), Gornjesavski muzej Jesenice

 

Zur Sicherung des reichhaltigen Sprach‐ und Kulturerbes der Grenzregion Kärnten und Slowenien sollen die alten, teilweise nur in slowenischer Sprache vorliegenden Flur‐ und Hausnamen vor dem endgültigen Vergessen bewahrt werden. Ihre Erhaltung ist auch unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung der dialektologischen Vielfalt Sloweniens und Südkärntens von Bedeutung. Mit der Eintragung in das Unesco‐Kulturerberegister hat das vorliegende Thema in Österreich bereits Anerkennung erfahren, in Slowenien wiederum gibt es bereits Aktivitäten zum Eintrag der Hausnamen in das Register des lebendigen Kulturerbes des Kulturministeriums.

Daher ist eine systematische Erhebung der Flur‐ und Hausnamen und ihre Erforschung (entsprechende mundartliche Niederschriften, Standardisierung, Interpretation bzw. Deutung der Namen) notwendig. Zur Erreichung dieses Zieles waren in der Projektarbeit drei grundlegende Arbeitsschritte erforderlich: Erarbeitung einer gemeinsamen Methodik, exemplarische Erhebung der Daten im Projektgebiet für Vergleichsstudien und die Erstellung des gemeinsamen Cross-Border‐Kulturportals, welches die fachliche Dokumentation und interaktive Aktivitäten ermöglicht.

Neben der systematischen Erfassung der Namen und deren Deutung in mehreren Sprachen soll auch die Publikation in einem Cross‐Border-Kulturportal dazu beitragen, dass die einfache, interaktive Nutzung der Flur‐ und Hausnamen für lokale und regionale Kultur‐ bzw. Tourismusprojekte (Themenwanderwege, …) und für Forschungszwecke sichergestellt wird. Das Kulturportal wird von einer interaktiven Web‐Mapping-Anwendung ergänzt, die neben der kartographischen Nutzung und Auswertung der Ergebnisse auch die Nachführung und Erweiterung der Portalinhalte erlaubt.

Durch die Ergänzung von UGC (User Generated Content) nach einem definierten Regelwerk ist die Vollständigkeit und Aktualität der Portalinhalte gewährleistet.

Ein sichtbares Projektresultat sind sieben gedruckte Gemeindekarten mit gesammelten Haus-und Flurnamen, die der Nutzung durch Einheimische und Touristen aber auch der interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Als gemeinsame historische Datenbasis für das Projekt diente der franziszäische Grundsteuerkataster (1820‐1828), der seit kurzem grenzüberschreitend digital verfügbar ist, die Hauptquelle der heutigen Flur‐ und Hausnamen lieferte jedoch die lokale Bevölkerung in den untersuchten Orten. Auch die bis jetzt veröffentlichte Literatur über slowenische Namen im Untersuchungsgebiet wurde berücksichtigt.

Das Projekt wird auf dem Gebiet Südkärntens und Zgornja Gorenjska durchgeführt.

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, wurden die Datenmodelle und Anwendungen selbst derart konzipiert, dass es für Kommunen auch nach Projektabschluss möglich ist, in das Kulturportal integriert zu werden. Die dafür notwendigen detaillierten Dokumentationen werden über das Portal selbst angeboten.

Das Amt der Kärntner LReg. – KAGIS fungiert als strategischer Partner für das Projekt und stellt die erforderlichen Daten kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug werden die gewonnen Daten dem KAGIS zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Informationen: www.flurnamen.at